Open Situation Room: Global weiterdenken!

Mit dem Projekt "Open Situation Room" testen wir seit 2015, wie Bürgerinnen und Bürger, fachfremde Expertinnen und Innovatoren aktiv in die Problemlösung außenpolitischer Herausforderungen eingebunden werden können. Dabei sollen alltägliche Erfahrungen und externe Blickwinkel gezielt genutzt und auf außenpolitische Szenarien übertragen werden, um innovative Lösungsideen aufzutun.

Gleichzeitig wird mit der Durchführung von Open Situation Rooms auch der methodische Werkzeugkasten erweitert: Das eigens für den OSR von Nicola Forster und Annkatrin Kaiser entwickelte Workshop-Format eignet sich in besonderer Art, um durch strukturiertes Brainstorming, Austausch und Diskussion in kürzester Zeit eine Vielzahl neuer Ideen zu entwickeln, dabei über Hierarchiegrenzen hinweg ins Gespräch zu kommen und die individuellen Kompetenzen aller Teilnehmer zu nutzen.

Open Situation Rooms im Rahmen globaler Herausforderungen

Im Anwendungsbereich von Politik und Außenpolitik erinnert der OSR an die ursprünglichen "Situation Rooms" die 1962 von John F. Kennedy als agile Absprache- und Entscheidungsgremien in Krisensituationen eingeführt wurden. Während sich dort primär Regierungsmitglieder austauschten, laden die Open Situation Rooms explizit auch fachfremde Denker und Praktikerinnen ein, an Diskussionen teilzuhaben und Lösungen mitzugestalten. In der Projektlaufzeit 2015-2018 hat die Stiftung Mercator in Kooperation mit wechselnden Partnern zahlreiche OSR durchgeführt, die sich mit aktuellen globalen Fragen beschäftigten. Von länderspezifischen OSRs zu Syrien oder Iran, über Fachthemen wie die ausländische Beeinflussung von Wahlkämpfen, bis hin zur Frage, wie wir die Zukunft Europas gestalten möchten – der OSR wurde anhand diverser Szenarien erprobt und von den beteiligten Partnern und Expertinnen als sehr hilfreich befunden, um externe Stimmen in Denkprozesse miteinzubinden.
Für alle Fragen rund zum OSR: Annkatrin Kaiser

Eindrücke und Erfahrungsberichte unserer Open Situation Rooms finden Sie hier!

Radikales Europa - Wie können wir in der internationalen Kulturarbeit mit radikalen Tendenzen in Europa umgehen?

Radikale Tendenzen in Europa zeigen sich in vielen Formen: in rassistischen Angriffen, in Terroranschlägen, in gewalttätigen Demonstrationen. Die Radikalisierung von rechts, von links und aus dem islamistischen Umfeld nimmt zu. Nationalistische und rassistische Parteien sitzen mittlerweile in mehreren Parlamenten, bestimmen in einigen Ländern sogar die Regierungspolitik. Radikale Tendenzen beobachten wir deshalb auch in der Kulturpolitik einiger europäischer Länder, in denen liberale und offene Manifestationen von Kunst und Kultur von staatlichen Stellen behindert und zensiert werden. Angesichts dieser Herausforderungen, stellten wir im Open Situation Room die Frage: Wie können wir in der internationalen Kulturarbeit mit diesen Entwicklungen umgehen?

Hier können Sie den Bericht  mit allen Projektideen und Lösungsvorschlägen lesen!

Make Transatlantic Relations Great Again! - Die deutsch-amerikanischen Beziehungen auf dem Prüfstand?

Seit nunmehr einem halben Jahr hält ein Mann die Welt mit Twitter-Nachrichten in Atem: Donald Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Pflege der transatlantischen Beziehungen war – getragen von breiter Zustimmung in der Bevölkerung - stets ein Grundpfeiler deutscher Außenpolitik. Gibt es diese Gewissheit noch? Wie wirkt sich der Trump-Faktor auf die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA aus? Hat sich die Wahrnehmung bei den Menschen in Deutschland nachhaltig verändert? Müssen wir unsere Politik gegenüber den USA anpassen? Welche Punkte sind dabei aus Bürgersicht wichtig? Diese Fragen haben wir am 15. September 2017 im Open Situation Room im Auswärtigen Amt in Berlin mit (Quer-)Denkerinnen, Problemlöser, Frei- und Feingeister aller Sektoren, Bereiche und Lebensarten diskutiert.

Den Bericht zur Veranstaltungen und alle Lösungsvorschläge finden Sie  hier!

Von November 2016 bis Januar 2017 fand unsere Open Situation Room Europa Spezial-Reihe zum Thema Welches Europa wollen wir? statt.

Europa wirkt derzeit geschwächt durch Krisen und Vielstimmigkeit – dieser Eindruck hat sich durch das Brexit-Votum weiter verstärkt. Wo stehen wir? Wie muss sich Europa verändern? Was erwarten wir von der Europäischen Union? Welche Rolle kann und soll Europa in der Welt von morgen spielen? Nach dem Auftakt im letzten Jahr wird das Auswärtige Amt auch 2017 die Frage „Welches Europa wollen wir?“ bundesweit stellen und in einem offenen Dialog Antworten hierauf diskutieren.

Mit unserem Open Situation Room Europa Spezial beteiligten wir uns an der Suche nach Ideen und Antworten: In vier deutschen Städten – Köln, Hamburg, Dresden, Leipzig – kamen jeweils 30 Menschen mit diversen persönlichen und professionellen Hintergründen zusammen und diskutierten mit dem Leiter des Europastabs im Auswärtigen Amt (AA), Christoph Wolfrum, die Zukunft Europas. Zum Abschluss eines jeden Europa Spezial OSR wurden die zwei vielversprechendsten Ideen ausgewählt und die dazugehörigen Gruppenmitglieder erhielten die Gelegenheit, zu einem Abschluss-OSR nach Berlin zu reisen. Dort kamen die Teilnehmenden aller vier Städte zusammen, stellten ihre Ideen vor und entwickeln diese gemeinsam weiter.

Lesen Sie hier den Gesamtbericht mit allen Ideen zur Frage "Welches Europa wollen wir?", die unsere OSR Europa Spezial Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Köln, Hamburg, Leipzig und Dresden erarbeitet haben!

Bei der Abschlussveranstaltung der OSR Europa Spezial-Reihe in Berlin ist zudem einfinales Ideenpapier  entstanden, in dem die ersten Vorschläge weiter ausgearbeitet und neue Projektideen zur Frage "Welches Europa wollen wir?" vorgestellt werden.

Am 24. Mai 2017 waren wir mit dem Open Situation Room bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. zu Gast!

Nach den Berichten, Hackerangriffe und Social Bots hätten den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst, ist auch in Deutschland die Angst groß, internationale Akteure könnten den politischen Wettbewerb im Vorfeld der Bundestagswahl verfälschen und sich auf die Wahlergebnisse auswirken. Es wird vor „Fake News“ und Cyber-Angriffen gewarnt, vor Finanzspritzen für europakritische Parteien und der Gefahr von Trollen und Social Bots für die freie Meinungsbildung. Gleichzeitig ist in einer offenen Gesellschaft Zensur keine Option. Gemeinsam mit Ulrike Demmer, stellvertretende Regierungssprecherin und stellv. Leiterin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, stellten wir uns daher der Herausforderung: Cyber-Attacken, Trolle und Fake News - Wie können wir die Software unserer Demokratie im Wahljahr stärken?

Den Bericht zur Veranstaltungen und alle Lösungsvorschläge finden Sie hier!

Der erste OSR befasste sich mit der aktuellen Flüchtlingskrise und dem Ringen um außenpolitische Antworten hierauf. Der Titel der Veranstaltung lautete „Flucht und Migration: Herausforderungen an die deutsche Außenpolitik“. Gemeinsam mit der Beauftragten des Auswärtigen Amts für Flucht und Migration, Beate Grzeski, wurden in diesem OSR neue Wege und Ideen generiert, wie die Situation von Flüchtlingen in Transitländern verbessert werden kann.

Der zweite OSR fand im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz statt. Dort diskutierten wir mit rund 45 Bürgern und Expertinnen der Münchner Sicherheitskonferenz die Frage „Syrien - Welchen Beitrag kann Deutschland zu einer politischen Lösung leisten?“. Als Inputgeber waren Dr. Thomas Bagger, Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt, sowie Dr. Stefanie Babst, Leiterin des Planungsstabs in der NATO, dabei. In einer interaktiven und konstruktiven Diskussion bewerteten und diskutierten die Inputgeber die Lösungsansätze der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des OSR.

Lesen Sie hier die Ideen und Lösungsvorschläge der OSR Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten OSR in einer zusammenfassenden Dokumentation.

Der dritte OSR fand im Impact Hub München statt. Gemeinsam mit Walter Lindner, deutscher Botschafter in Südafrika, diskutierten wir dort mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Thema Afrika unter dem Titel „Ein Kontinent in Bewegung: Ursachen und Folgen globaler Migration“. Im interaktiven Austausch entstanden diverse Ideen für das deutsche außen- und entwicklungspolitische Engagement in der Region, um insbesondere auch den Folgen von Klimawandel und Urbanisierung entgegenzuwirken.

Lesen Sie hier die Ideen, Strategien und Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des dritten OSR  einem zusammenfassenden Bericht. 

Der vierte Open Situation Room (OSR) fand beim Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn statt. Gemeinsam mit Marian Schuegraf, Gesandtin der Deutschen Botschaft Teheran, haben wir die Frage "How to engage post-sanction Iran?" diskutiert und neue Lösungsansätze und Ideen entwickelt. 

Lesen Sie in diesem Report  die Ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des OSRs beim Global Media Forum.

Der fünfte Open Situation Room (OSR) fand im Impact Hub Berlin statt. Gemeinsam mit 35 Teilnehmenden und Botschafter Riedel, dem Regionalbeauftragten für Asien und Pazifik im Auswärtigen Amt, diskutierten  wir das Thema "EU-China: Beziehungen gestalten!". Dabei entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem kreative Vorschläge für eine Positionierung der EU im Konflikt um das Südchinesische Meer, eine mögliche neue Herangehensweise, um mit China über Menschenrechte zu diskutieren oder auch die Idee eines neuen EU-China-USA Trialogs.

Lesen Sie in diesem Bericht  die Ideen und Vorschläge der Teilnehmenden des fünften OSR.

Nutzen Sie das Format zur Lösung neuer Herausforderungen!

Open Situation Rooms sind vielseitig anwendbar und stehen frei zur Verfügung: Mit dem Format können Sie kreative Denkprozesse anregen und steuern, Herausforderungen neu begegnen und auch in einem kleinen Zeitfenster Großes bewegen.

Der Open Situation Room lebt von einer kreativen Atmosphäre des Miteinanders. Die gewohnten Denkmuster und Prozesse sollen aufgegeben und ein Raum für ungewöhnliche Ansätze, Diskussionen und neue Perspektiven geschaffen werden. Dafür braucht es auch eine etwas andere Ausstattung: bunte Post-Its, gestaltete Moderationskarten und viele Textmarker helfen dabei, neue Ideen ansprechend zu visualisieren und gleichzeitig weiterzudenken. Hier finden Sie eine beispielhafte Einkaufsliste für OSR-Workshops.

Um den strukturierten Ablauf, den kreativen Zeitdruck und die durchgängige Motivation der Gruppe während des dreistündigen Workshops zu gewährleisten, ist eine professionelle Moderation und gute Anleitung der Gruppe notwendig. Um eine möglichst lockere Atmosphäre zu schaffen bietet sich ein Moderationstandem an, das sich die Anmoderationen gegenseitig zuspielt und möglichst alle Teilnehmer im Raum gleichermaßen anspricht und einbindet. Wenn Sie Ihren OSR nicht selbst moderieren möchten, können Sie Nicola Forster und Annkatrin Kaiser kontaktieren, die alle bisherigen OSR moderiert haben.

Jeder OSR wird von einem Experten oder hochrangigen Entscheider der einladenden Organisation begleitet. Dieser skizziert zu Beginn die Herausforderung, vor der er und die Organisation aktuell stehen und welche Inputs er von den Teilnehmern braucht. Der Inputgeber bleibt für Rückfragen und Diskussionen während der Gruppenarbeitsphasen ansprechbar und beurteilt die finalen Vorschläge am Ende auf ihre Plausibilität und Umsetzbarkeit.

Anders als im ursprünglichen Situation Room sollen im OSR nicht nur Experten zusammenkommen, die sich bereits seit Jahren mit der Thematik beschäftigen. Vielmehr geht es darum, neue und unverbrauchte Köpfe einzubinden – dies können „normale“ Bürgerinnen und Bürger sein oder auch Expertinnen und Praktiker aus anderen Fachbereichen. Eine Chirurgin kann möglicherweise wichtige Impulse für effiziente Lösungen unter Zeitdruck geben, ein Bäcker hat internationale Handelswege im Kopf und eine Friseurin ein Gespür dafür, was die Menschen gerade bewegt. Unter dem Schlagwort „Querdenker“ sollte jeder OSR daher möglichst divers zusammengestellt werden, um eine vielseitige Lösungsgestaltung zu garantieren. 

Der Open Situation Room zeichnet sich durch einen klar strukturierten Ablauf aus, der die Teilnehmenden durch Zeitdruck und eine anleitende Moderation dazu bringt, gezielt zu brainstormen, eine Vielzahl an Ideen zu generieren und davon anschließend die besten heraus zu filtern. Wenn Sie selbst einen OSR durchführen und das Format nutzen möchten, finden Sie hier eine detaillierte Anleitung

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