Können wir unseren außenpolitischen Werkzeugkasten erweitern, indem wir externe Blickwinkel von engagierten Bürgern, technologisch affinen Innovatoren und fachfremden Experten aufnehmen? Lassen sich Ideen aus ihrer alltäglichen Erfahrung auf die Arbeit außenpolitischer Entscheidungsträger übertragen? Wie können wir die Komplexität deutscher Außenpolitik erlebbar und verständlich machen? Diesen Fragen geht der Open Situation Room (OSR) in einem Pilotprojekt nach.

Der nächste OSR findet am 10. Oktober in der Zentrale des Goethe-Instituts in München statt. Dort lautet die Challenge: Radikales Europa - Wie können wir in der internationalen Kulturarbeit mit radikalen Tendenzen in Europa umgehen?

Hintergrund

Der OSR ist als zeitgenössische Interpretation des ursprünglichen „Situation Rooms“ zu verstehen, das John F. Kennedy 1962 als Abspracheformat für akute Krisensituationen geschaffen hat. Während sich im Situation Room die Experten einer Regierung versammeln, mischen sich diese im Open Situation Room mit externen, teils fachfremden Experten und Praktikern. Der OSR stellt deshalb eine Ergänzung klassischer Krisensitzungen dar und dient dazu, Herausforderungen der deutschen Außenpolitik mit Vertretern fachfremder Disziplinen und Sichtweisen zu diskutieren. 

Aufbau

Der OSR lebt von seinem partizipativen Ansatz: Zu jedem OSR laden wir etwa 30 Menschen mit möglichst diversen persönlichen und professionellen Hintergründen ein. Das können Sozialarbeiter aus dem Kiez genauso wie emeritierte Professoren, Facharbeiterinnen oder Software-Entwickler sein. Hinzu kommt immer ein hochrangiger Vertreter des Auswärtigen Amtes (AA), der eine außenpolitische Fragestellung skizziert. In einem parcours-ähnlichen, moderierten Brainstorming generieren die Teilnehmer in etwa drei Stunden Ideen für die Bewältigung außenpolitischer Dilemmata. Dabei werden sie von Nicola Forster und Annkatrin Kaiser angeleitet. Zunächst werden möglichst viele Lösungsansätze entwickelt. Im Laufe des Verfahrens bündeln, filtern und priorisieren die Teilnehmer ihre Ideen. Schließlich gleichen Teilnehmer und Vertreter des AA ihre priorisierten Lösungsvorschläge ab und diskutieren die Unterschiede in Motivation und Machbarkeit aus den jeweiligen Blickwinkeln.

Rückblick auf die vergangenen Open Situation Rooms

Der erste OSR befasste sich mit der aktuellen Flüchtlingskrise und dem Ringen um außenpolitische Antworten hierauf. Der Titel der Veranstaltung lautete „Flucht und Migration: Herausforderungen an die deutsche Außenpolitik“. Gemeinsam mit der Beauftragten des Auswärtigen Amts für Flucht und Migration, Beate Grzeski, wurden in diesem OSR neue Wege und Ideen generiert, wie die Situation von Flüchtlingen in Transitländern verbessert werden kann.

Der zweite OSR fand im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz statt. Dort diskutierten wir mit rund 45 Bürgern und Expertinnen der Münchner Sicherheitskonferenz die Frage „Syrien - Welchen Beitrag kann Deutschland zu einer politischen Lösung leisten?“. Als Inputgeber waren Dr. Thomas Bagger, Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt, sowie Dr. Stefanie Babst, Leiterin des Planungsstabs in der NATO, dabei. In einer interaktiven und konstruktiven Diskussion bewerteten und diskutierten die Inputgeber die Lösungsansätze der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des OSR.

Lesen Sie hier die Ideen und Lösungsvorschläge der OSR Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten OSR in einer zusammenfassenden Dokumentation.

Der dritte OSR fand im Impact Hub München statt. Gemeinsam mit Walter Lindner, deutscher Botschafter in Südafrika, diskutierten wir dort mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Thema Afrika unter dem Titel „Ein Kontinent in Bewegung: Ursachen und Folgen globaler Migration“. Im interaktiven Austausch entstanden diverse Ideen für das deutsche außen- und entwicklungspolitische Engagement in der Region, um insbesondere auch den Folgen von Klimawandel und Urbanisierung entgegenzuwirken.

Lesen Sie hier die Ideen, Strategien und Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des dritten OSR  einem zusammenfassenden Bericht. 

Der vierte Open Situation Room (OSR) fand beim Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn statt. Gemeinsam mit Marian Schuegraf, Gesandtin der Deutschen Botschaft Teheran, haben wir die Frage "How to engage post-sanction Iran?" diskutiert und neue Lösungsansätze und Ideen entwickelt. 

Lesen Sie in diesem Report  die Ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des OSRs beim Global Media Forum.

Der fünfte Open Situation Room (OSR) fand im Impact Hub Berlin statt. Gemeinsam mit 35 Teilnehmenden und Botschafter Riedel, dem Regionalbeauftragten für Asien und Pazifik im Auswärtigen Amt, diskutierten  wir das Thema "EU-China: Beziehungen gestalten!". Dabei entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem kreative Vorschläge für eine Positionierung der EU im Konflikt um das Südchinesische Meer, eine mögliche neue Herangehensweise, um mit China über Menschenrechte zu diskutieren oder auch die Idee eines neuen EU-China-USA Trialogs.

Lesen Sie in diesem Bericht  die Ideen und Vorschläge der Teilnehmenden des fünften OSR.

Von November 2016 bis Januar 2017 fand unsere Open Situation Room Europa Spezial-Reihe zum Thema Welches Europa wollen wir? statt.

Europa wirkt derzeit geschwächt durch Krisen und Vielstimmigkeit – dieser Eindruck hat sich durch das Brexit-Votum weiter verstärkt. Wo stehen wir? Wie muss sich Europa verändern? Was erwarten wir von der Europäischen Union? Welche Rolle kann und soll Europa in der Welt von morgen spielen? Nach dem Auftakt im letzten Jahr wird das Auswärtige Amt auch 2017 die Frage „Welches Europa wollen wir?“ bundesweit stellen und in einem offenen Dialog Antworten hierauf diskutieren.

Mit unserem Open Situation Room Europa Spezial beteiligten wir uns an der Suche nach Ideen und Antworten: In vier deutschen Städten – Köln, Hamburg, Dresden, Leipzig – kamen jeweils 30 Menschen mit diversen persönlichen und professionellen Hintergründen zusammen und diskutierten mit dem Leiter des Europastabs im Auswärtigen Amt (AA), Christoph Wolfrum, die Zukunft Europas. Zum Abschluss eines jeden Europa Spezial OSR wurden die zwei vielversprechendsten Ideen ausgewählt und die dazugehörigen Gruppenmitglieder erhielten die Gelegenheit, zu einem Abschluss-OSR nach Berlin zu reisen. Dort kamen die Teilnehmenden aller vier Städte zusammen, stellten ihre Ideen vor und entwickeln diese gemeinsam weiter.

Lesen Sie hier den Gesamtbericht mit allen Ideen zur Frage "Welches Europa wollen wir?", die unsere OSR Europa Spezial Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Köln, Hamburg, Leipzig und Dresden erarbeitet haben!

Bei der Abschlussveranstaltung der OSR Europa Spezial-Reihe in Berlin ist zudem einfinales Ideenpapier  entstanden, in dem die ersten Vorschläge weiter ausgearbeitet und neue Projektideen zur Frage "Welches Europa wollen wir?" vorgestellt werden.

Am 24. Mai 2017 waren wir mit dem Open Situation Room bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. zu Gast!

Nach den Berichten, Hackerangriffe und Social Bots hätten den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst, ist auch in Deutschland die Angst groß, internationale Akteure könnten den politischen Wettbewerb im Vorfeld der Bundestagswahl verfälschen und sich auf die Wahlergebnisse auswirken. Es wird vor „Fake News“ und Cyber-Angriffen gewarnt, vor Finanzspritzen für europakritische Parteien und der Gefahr von Trollen und Social Bots für die freie Meinungsbildung. Gleichzeitig ist in einer offenen Gesellschaft Zensur keine Option. Gemeinsam mit Ulrike Demmer, stellvertretende Regierungssprecherin und stellv. Leiterin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, stellten wir uns daher der Herausforderung: Cyber-Attacken, Trolle und Fake News - Wie können wir die Software unserer Demokratie im Wahljahr stärken?

Den Bericht zur Veranstaltungen und alle Lösungsvorschläge finden Sie hier!

Make Transatlantic Relations Great Again! - Die deutsch-amerikanischen Beziehungen auf dem Prüfstand?

Seit nunmehr einem halben Jahr hält ein Mann die Welt mit Twitter-Nachrichten in Atem: Donald Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Pflege der transatlantischen Beziehungen war – getragen von breiter Zustimmung in der Bevölkerung - stets ein Grundpfeiler deutscher Außenpolitik. Gibt es diese Gewissheit noch? Wie wirkt sich der Trump-Faktor auf die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA aus? Hat sich die Wahrnehmung bei den Menschen in Deutschland nachhaltig verändert? Müssen wir unsere Politik gegenüber den USA anpassen? Welche Punkte sind dabei aus Bürgersicht wichtig? Diese Fragen haben wir am 15. September 2017 im Open Situation Room im Auswärtigen Amt in Berlin mit (Quer-)Denkerinnen, Problemlöser, Frei- und Feingeister aller Sektoren, Bereiche und Lebensarten diskutiert.

Den Bericht zur Veranstaltungen und alle Lösungsvorschläge finden Sie  hier!

Projektpartner

Die Open Situation Rooms sind ein Projekt der Stiftung Mercator. Seit Beginn der Veranstaltungsreihe besteht eine enge Kooperation mit dem Auswärtigen Amt. Der OSR steht jedoch allen interessierten Institutionen und Akteuren offen. Neue Kooperationen können jederzeit angefragt werden.

Bewerbungsvoraussetzungen

  • Für eine Teilnahme können sich alle an deutscher Außenpolitik und globalen Themen Interessierte bewerben.

  • Wir suchen kreative Problemlöser aus unterschiedlichen Sektoren sowie Experten im jeweiligen Themenbereich. Der Erfolg des Formats hängt von einer möglichst diversen Zusammensetzung ab.

Jetzt bewerben!

Der nächste OSR findet am 10. Oktober 2017 in der Zentrale des Goethe-Instituts in München statt zum Thema: "Radikales Europa - Wie können wir in der internationalen Kulturarbeit mit radikalen Tendenzen in Europa umgehen?" Alle Informationen zur Ausschreibung: hier!

Bewerbung: Senden Sie uns eine E-Mail mit: Ihren Kontaktdaten, Ihrem Hintergrund (Alter, Tätigkeit) und 2-3 Sätzen zu Ihrer Motivation an: osr@stiftung-mercator.de mit dem Betreff „Goethe OSR“. Bewerbungsschluss ist am 15.09.2017.

Reisekosten innerhalb Deutschlands (Deutsche Bahn, 2. Klasse) können übernommen werden.

Über Ausschreibungen zu zukünftig geplanten OSR informieren wir hier und auf unserer Facebook-Seite.

Termine & Fristen

Aktuelle OSR-Termine:

  • 15. September 2017 im Auswärtigen Amt in Berlin.
    Bewerbungsdeadline: 24.8.2017. Eine Bewerbung ist nicht mehr möglich.
  • 10. Oktober 2017 in der Zentrale des Goethe-Instituts in München.
    Bewerbungsdeadline: 15.9.2017. Jetzt bewerben!

Medien & Downloads

Projektpartner